INSPEKTIONEN

Gemäß § 43 APAG sind Abschlussprüfer und Prüfungsgesellschaften verpflichtet, sich einer Inspektion durch die APAB nach Art. 26 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 zu unterziehen, wenn sie Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse nach § 2 Z 9 APAG (nachfolgend "PIE") durchführen.

Ziel einer Inspektion ist es, die kontinuierlicher Verbesserung der Prüfungsqualität zu überwachen und zu fördern. Eine Inspektion erstreckt sich auf die Angemessenheit und Wirksamkeit aller gesetzten Regelungen zur Qualitätssicherung des Prüfungsbetriebes, welche im Zusammenhang mit Abschlussprüfungen stehen.

Bei der Durchführung von Inspektionen beachtet die APAB die Vorschriften des Abschlussprüfer-Aufsichtsgesetz (APAG), die dazu ergangenen Richtlinien und Verordnungen sowie die "Common Audit Inspection Methodology (CAIM)" der sub-group "Inspektion" des Commitee of European Auditing Oversight Bodies (CEAOB). Bei der Inspektion der Regelung zur Auftragsabwicklung wurden zur Bewertung der Prüfungsaufträge die abschlussprüfungsrelevanten berufsständischen und gesetzlichen Regelungen, insbesondere die Internationalen Prüfungsstandards (ISA) sowie die Fachgutachten der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW), in der zum Zeitpunkt der inspizierten Abschlussprüfungen geltenden Fassung herangezogen.


ABLAUF EINER INSPEKTION

1. Ankündigung

Dem Beaufsichtigten werden die Durchführung sowie der geplante Zeitraum der Inspektion in der Regel ein bis drei Monate vor Beginn der Inspektion angekündigt.

Der Inspektionsauftrag ergeht ungefähr einen Monat vor Beginn der Inspektion an den Beaufsichtigten, in dem jedenfalls die inspizierten Bereiche sowie Prüfungsaufträge (Abschlussprüfungen) angezeigt werden.

2. Koordination des Inspektionsablaufes

Die Koordination des Ablaufes einer Inspektion erfolgt unmittelbar nach Abfertigung des Inspektionsauftrags mit dem Beaufsichtigten. In diesem Zusammenhang wird dem Beaufsichtigten eine Anforderungsliste übermittelt, die sämtliche für eine Inspektion erforderlichen Unterlagen umfasst, die den Inspektoren im Rahmen der Inspektion zur Verfügung zu stellen sind.

3. Kick Off Meeting

Die Durchführung einer Inspektion beginnt mit einem Kick Off Meeting (KOM) iin den Räumlichkeiten des Beaufsichtigten.

4. Durchführung der Inspektion
Die Inspektion erstreckt sich auf die Angemessenheit und Wirksamkeit aller gesetzten Regelungen zur Qualitätssicherung des Beaufsichtigten.

5. Schlussbesprechung - vorläufiges Ergebnis
Die im Rahmen der Inspektion identifizierten Feststellungen und daraus resultierende Empfehlungen der APAB werden dem Beaufsichtigten im Rahmen einer Schlussbesprechung in Form eines vorläufigen Ergebnisses schriftlich mitgeteilt.

6. Entwurf des Inspektionsberichts und Stellunnahme
Der Entwurf des Inspektionsberichtes wird dem Beaufsichtigten zur Durchsicht und Stellungnahme übermittelt.

7. Finaler Inspektionsbericht
Den Abschluss der Inspektion bildet der Inspektionsbericht, der die Basis für die Erstellung eines Maßnahmenescheides bildet, sofern die APAB auf Grundlage der Feststellungen Empfehlungen vorschreibt.

8. (Gegebenenfalls) Ausfertigung des Maßnahmenbescheids
Die Erstellung und Abfertigung des Maßnahmenbescheids, mit denen die APAB Empfehlungen zur verpflichtenden Umsetzung im Prüfungsbetrieb vorschreibt, erfolgt durch die Gruppe B "Recht, Internationales & Qualitätssicherung".


DIE EINSTUFUNG VON FESTSTELLUNGEN

Die Einstufung von Feststellungen erfolgt nach pflichtgemäßem Ermessen unter Anwendung einer kritischen Grundhaltung. Bei der Beurteilung der Feststellungen sind insbesondere folgende Kriterien relevant (demonstrative Aufzählung):

  • Wesentlichkeit des funktionellen Bereichs bzw. des betroffenen Prüfungsfelds;
  • Ausmaß der Bedenken hinsichtlich der Zweckmäßigkeit und Qualität der Prüfungsnachweise;
  • Ausmaß der Bedenken hisncihtlich der Angemessenheit der kritischen Grundhaltung des Abschlussprüfers; sowie
  • Ausmaß der Nicht-Einhaltung geltender gesetzlicher Vorschriften und berufsüblicher Grundsätze sowie interner Verfahren und Richtlinien im Zusammenhang mit Qualitätssicherung und der Durchführung von Abschlussprüfungen.

MARKTSTATISTIK

Übersicht über den Markt der Abschlussprüfer und Prüfungsgesellschaften von Unternehmen von öffentlichem Interesse auf Basis der eingereichten Meldungen gemäß § 84 Abs. 8 APAG (für das Kalenderjahr 2015) und § 21 Abs. 11 APAG (für das Kalenderjahr 2016 und nachfolgende Kalenderjahre).

Kalenderjahr 2015 2016 2017
Anzahl der geprüften Einzelabschlüsse
bei Unternehmen iSd § 2 Z 9 APAG
240 239 214
Anzahl der geprüften Konzernabschlüsse
bei Unternehmen iSd § 2 Z 9 APAG
129 124 131
Gesamtanzahl der Prüfungsaufträge
bei Unternehmen iSd § 2 Z 9 APAG
369 363 345
Gesamtumsatz aus Prüfungsaufträgen
bei Unternehmen iSd § 2 Z 9 APAG (in EUR)
38.594.131,29 34.343.866,37 33.700.655,30

RECHNUNGSBETRÄGE FÜR DIE INSPEKTIONSFINANZIERUNGSBEITRÄGE GEM. APAB-IFV

Nachstehend sind die Rechnungsbeträge für die Berechnung der Inspektionsfinanzierungsbeiträge dargestellt. Die Gesamtsummer der Beiträge gemäß § 1 Z 1 APAB-IFV sowie der Gesamtumsatz aus Prüfungsaufträgen bei Unternehmen iSd § 2 Z 9 APAG basiert auf den eingereichten Meldungen gemäß § 84 Abs. 8 APAG (für die Vorschreibung 2016) und § 21 Abs. 11 APAG (für die Vorschreibung 2017 und nachfolgende Jahre). Das genehmigte Budget finden Sie zusätzlich auf unserer Homepage im Bereich Über Uns/ Zahlen & Fakten. Die Veröffentlichung dient der Nachvollziehbarkeit der per Bescheid vorgeschriebenen Inspektionsfinanzierungsbeiträge.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne unter behoerde@apab.gv.at oder unter
+43 1 503 12 18 – 0 zur Verfügung.

Kalenderjahr 2016 2017 2018
in EUR in EUR in EUR
Genehmigtes Budget für den Rechnungskreis
Inspektionen der Behörde
287.150,00 574.300,00 594.000,00
Gesamtsumme der Beiträge gemäß
§ 1 Z 1 APAB-IFV
234.150,00 460.500,00 437.100,00
Gesamtsumme der Beiträge gemäß
§ 1 Z 2 APAB-IFV
53.000,00 113.800,00 0,00
Gesamtumsatz aus Prüfungsaufträgen
bei Unternehmen iSd § 2 Z 9 APAG
38.594.131,29 34.343.866,37 33.700.655,30